Dissau Crime

10 Jan

Dissau Crime war die erste Rap-Crew, die die neue Sparte für sich entdeckt hatte. Die drei Rapper aus Dessau brachten 2003 ihr Album „Zyklon D – Frontalangriff“(Dopest Vinyl, 2003) auf den Markt, zogen es nach eigenen Aussagen allerdings schon im März 2005 aus dem Verkehr.

Der Titel lehnt sich an das Nervengift Zyklon B an, das in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern zur Anwendung kam (und u.a. in den Junkerswerken in Dessau hergestellt wurde).

In den erstaunlich offenen Texten heißt es beispielsweise im Track „D – Steht für Dissau“:

D“ steht für Dissau, die Crew, die alles kann, „I“ steht für Ideale, ihr blöden Wichser, das „SS“ heißt Schutzstaffel, ich sage, „Heil Dissau“,das „Sau“ ist für eure Schmerzen, und das wisst ihr genau!“

Noch eindeutiger zeigten sie sich mit dem Track „Gestapo aus dem Osten“:

Ich verfluche dieses Land und alle, die nicht hergehörn, ich werde euch zerstörn, ich hasse echt die ganze Welt. Doch noch viel mehr hasse ich das Geld, weil das an allen Ecken fehlt und in dieser scheiss Welt am meisten zählt. […]

Ich schieße mit der Flak auf das ganze Judenpack, zack – zerwichse ich die Drecksgesellschaft […] Ich hasse die Fuck-Homo-Welt und die ganzen schwulen Penner – Es gibt nur einen Nenner und der ist arisch, sag lieber gar nichts

[…] Ja, ich bin ein Nazi“

Als sie daraufhin als Nazis bezeichnet wurden, reagierten Dissau Crime ernsthaft empört, schließlich habe man „einen Russen und einen Schwarzen in der Crew“.

Am 17.03.2005 wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet und die Angeklagten wurden zu Geldstrafen zwischen 320 und 1200 Euro verurteilt. Die CD kam auch ganz offiziell von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index, besonderes wegen der Songs „Gestapo aus dem Osten“, sowie „Outro“.

In den letzten Jahren war es um Dissau Crime ruhig geworden. So ist von den ursprünglichen Websites auch nur noch ihre myspace-Seite online, auf der allerdings nur drei neuere Tracks zu finden sind (der letzte Upload geschah im Januar 2008), die dem Battle-Rap zuzuordnen sind. Im November 2011 gab es die Veröffentlichung von zwei Battle-Rap-Tracks auf YouTube.

Ein öffentliches Statement bzw. eine offizielle Abkehr oder Distanzierung vom 2003er Album gab es nie. Allerdings war folgendes Statement auf ihrer Website zu lesen:

„Keiner von uns oder denen die DissauCrime CDs vertreiben ist auch nur ansatzweise rechtsgerichtet. (…) Die Texte und Aussagen unserer RapCrew DissauCrime, in der auch Schwarze und Russen Member sind, sind durch und durch falsch interpretiert worden und jetzt macht diese Falschinterpretation im Internet die Runde.“

Weiterlesen:

http://www.hyperlinks-gegen-rechts.de/index.php?option=com_content&view=article&id=76%3Adissau-crime&catid=37&Itemid=69%E2%8C%A9=d 

http://www.icantrelaxin.de/texte/presse-juedischeallgemeine.html

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